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Können Sie das Tränkewasser Ihrer Tiere bedenkenlos selbst trinken?

Einwandfreies Tränkewasser ist enorm wichtig, um gute Ergebnisse zu erzielen. Doch häufig wird dem “Stiefkind” Wasser zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt - zu Unrecht, denn eine schlechte Trinkwasserqualität kostet Geld, sowohl bei Masthähnchen und Legehennen.

Bei uns Menschen besteht ein direkter Zusammenhang zwischen unserer Gesundheit und der Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser. Reines Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist für uns selbstverständlich, aber gilt das auch für Ihre Tiere? Würden Sie bedenkenlos das Tränkewasser zu sich nehmen, das für Ihre Tiere bestimmt ist? Die Antwort sollte lauten: „JA“!

 

Eine schlechte Trinkwasserqualität kann sich negativ auf die Gesundheit und die Widerstandskraft der Tiere auswirken. Während jeder Runde besteht immer die Gefahr, dass der Widerstand der Tiere unter Druck gerät. Beispielsweise nach einer Impfung oder durch Auftreten einer E.Coli- oder Kokzidiose-Infektion. Eine gute Trinkwasserqualität sorgt dafür, dass die Tiere gesünder und weniger anfällig für Krankheiten sind.

 

Vorteile einer guten Trinkwasserqualität

Eine schlechte Wasserversorgung hat somit direkten Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Tiere. Wasser muss daher stets in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Denn Geflügel, das mehr trinkt, hat auch mehr Appetit und die Verdauung wird stimuliert. Selbstverständlich muss dabei auch die Qualität des Wassers stimmen. Optimalerweise ist das Wasser so schmackhaft, dass Ihre Tiere häufiger und mehr trinken.

Welche Faktoren können die Wasserqualität beeinträchtigen?

1. Mineralien: Kalk, Eisen und Mangan können zur Bildung eines harten Biofilms im Brunnenwasser führen. Dadurch entsteht eine raue Struktur auf der Rohrinnenseite, an der ein weicher Biofilm leicht haftet. Eisen stimuliert zudem das Wachstum von Bakterien.

 

2. Organisches Material : Zusatzstoffe, Impfstoffträger und mögliche Medikamente verursachen einen weichen Biofilm im Rohrleitungssystem. Dieser ist ein perfekter Nährboden für Mikroorganismen, wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze.

 

3: Hohe Temperaturen im Stall: Eine hohe Temperatur im Stall erwärmt das Trinkwasser, was das Wachstum von Mikroorganismen fördert.

 

4. Stehendes Wasser und/oder Wasser mit geringem Durchfluss: Stehendes Wasser bietet eine geeignete Umgebung für das Wachstum von Mikroorganismen.

 

5. Totleitungen und Verengungen im Rohrleitungssystem: Auch hier wird der Durchfluss des Wassers eingeschränkt. Verengungen sind außerdem Brutstätten für Verstopfungen mit Biofilm.

 

6. Tränkenippel: Am Trinknippel findet ein ständiger Austausch des Trinkwassersystems mit der Stall-Umgebung statt. Hier erhalten Staub und Bakterien die Chance, in die Leitung zu gelangen. Sie bilden quasi ein Fangnetz für weichen Biofilm, sowohl an der Innenseite der Rohre als auch an den Nippeln selbst.

 

Wie garantieren Sie eine gute Wasserqualität an der Tränke?

Eine Reihe von Faktoren spielen eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Erhaltung einer guten Trinkwasserqualität. Zunächst sollten Sie, wie eingangs erwähnt, dafür sorgen, dass Sie eine geeignete Wasserquelle verwenden und ggf. das Wasser aufbereiten bevor es in den Stall gelangt.

 

Stellen Sie mit einem einwandfreien Wasserverteilsystem (Pumpen und Rohrleitungen) sicher, dass Ihren Tieren immer ausreichend gesundes Trinkwasser zur Verfügung steht. Feldforschungen haben gezeigt, dass 70% der Pumpen (die für Impfungen, Medikamente oder Zusatzstoffe verwendet werden) mehr als 30% vom eingestellten Wert abweichen. Entscheiden Sie sich also für ein Konzept, bei dem sowohl das Additiv als auch die Pumpe regelmäßig kalibriert werden.

 

Sorgen Sie dafür, dass Impfungen und Additive, die dem Trinkwasser hinzugefügt werden, zu 100 % beim Tier ankommen und nicht im aufgebauten Biofilm verloren gehen. Eine Impfung verliert in einem kontaminierten Rohr bis zu 20% ihrer Wirksamkeit. Vitamine stellen eine Nahrungsquelle für Bakterien dar und gehen daher ebenfalls in der Trinkwasserleitung verloren.

 

Die richtige Registrierung des Desinfektionsmittels

Ausschließlich Desinfektionsmittel, die über eine PT04 oder PT05-Zulassung verfügen, sind für die Verwendung in Trinkwasserleitungen geeignet. PT04 umfasst alle Desinfektionsmittel für den Einsatz im Lebens- und Futtermittelbereich. Sprich, Produkte, die zur Reinigung und Desinfektion von Systemen verwendet werden dürfen, durch die Lebens- und Futtermittel transportiert werden. Diese Produkte dürfen allerdings nur dann zum Einsatz gelangen, wenn keine Tiere eingestallt sind. Eine PT05-Zulassung beinhaltet Desinfektionsmittel für Trinkwasser. Diese Produkte können auch dann verwendet werden, wenn Tiere eingestallt sind. Andere PT-Aufnahmen, wie PT03 (Biozid-Produkte für die Hygiene im Veterinärbereich) sind für die Verwendung in der Trinkwasserleitung nicht zulässig.

 

Fazit:

Die Wasserqualität ist zu Recht immer noch ein bedeutsames Thema. Die richtige Beratung und Kontrolle sind wichtige Erfolgsfaktoren. Allein die Qualität des Wassers an der Quelle zu überprüfen reicht nicht aus. Eine vierteljährliche Überprüfung des Rohrs mit einer Kamera ist notwendig, um den Zustand der Leitung im Inneren zu bestimmen. Auf Grundlage einer 0-Messung können Sie entscheiden, welches Protokoll Sie befolgen möchten, je nach Wirksamkeit, Arbeitsaufwand, Sicherheit und Anleitung. Damit können Sie Ihren Tieren immer ausreichend, sauberes, gesundes und zuverlässiges Trinkwasser zur Verfügung stellen.

Wie überprüfen Sie die Qualität des Trinkwassers?

In der Praxis stammt das Tränkewasser meist aus einem Brunnen, vom städtischen Versorger (Leitungswasser) oder aus einer Zisterne (gesammeltes Oberflächen-/ Regenwasser). Die Wasserquelle ist ein wichtiger Aspekt für die Qualität. Leitungswasser ist in der Regel immer von guter Qualität. Bei Brunnenwasser sollte jährlich eine Probe entnommen werden, um die physikalischen, chemischen, mikrobiellen Werte zu ermitteln. Genau wie Brunnenwasser benötigen Oberflächen- und Regenwasser ohnehin eine Vorbehandlung.

Es ist aber längst nicht ausreichend nur die Qualität des einfließenden Wassers sicherzustellen. Das Wasser, das aus dem Tränkenippel kommt, sollte ebenfalls überwacht werden, denn ein Biofilm im Rohrleitungssystem kann die Qualität erheblich beeinträchtigen. Um zu ermitteln, ob und wo sich ein Biofilm in der Leitung gebildet hat, sollte ein Spezialist sie regelmäßig mit einem Endoskop untersuchen.