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Ketose

Ketose

Ketose ist eine sehr weit verbreitete Stoffwechselkrankheit in der Milchviehhaltung, die meist nach dem Abkalben auftritt. In vielen Fällen hat die Kuh nach dem Abkalben eine negative Energiebilanz, da der Energiebedarf die Energieaufnahme übersteigt. Deshalb erhöht sich der Anteil von Ketonkörpern im Blut und das Tier erkrankt.

Wie erkennen Sie eine Ketose?

Bei einer subklinischen Ketose leiden die Kühe meist unter Fressunlust und trägem Verhalten. Dazu kommt noch, dass viele Tiere sehr stark an Gewicht verlieren können. Die Ausscheidungen der Kuh sind entweder sehr fest oder sehr flüssig. Beide Formen können bei einer Ketose auftreten.

 

Mit Sicherheit lässt sich eine Ketose nur durch eine Blut-, Urin-, oder Milchuntersuchung feststellen. Ein Blutschnelltest kann beispielsweise genutzt werden, um eine Ketose zu erkennen. Die Referenzwerte für eine Ketose sind:

 

• Vor dem Abkalben: über 0,8 mmol BHB

 

• Nach dem Abkalben: über 1,0 mmol BHB

 

• Wenn der Wert über 1,5 mmol BHB liegt, handelt es sich um eine akute Ketose, bei der dringend der Hoftierarzt zugezogen werden sollte.

 

Wieso erkrankt ein Tier an einer Ketose?

Nur wenige Tage nach dem Abkalben erhöht sich der Energiebedarf der Kuh um bis zu 50%. Gleichzeitig ist die Kuh nicht dazu in der Lage, ausreichend Energie über das Futter aufzunehmen. Die Folge: Die Energiebilanz des Tieres wird negativ. Dieses “Energieloch” versucht die Kuh mit der Mobilisierung und dem Einschmelzen von Körperfett zu füllen. Der Anteil an freien Fettsäuren im Blut steigt an, der Stoffwechsel kann diese aber nicht direkt verarbeiten und speichert so einen Teil der Fettsäuren in der Leber. Da die Leber den großen Ansturm von Fettsäuren nicht verstoffwechseln kann, verfettet sie. Um die freien Fettsäuren um- und abzubauen, braucht der Organismus Glukose. Steht nicht genug freie Glukose im Körper zur Verfügung, steigen die krankmachenden Ketonkörper wie Aceton, Acetacetat und Betahydroxybuttersäure (BHB) im Blut an.

 

Wie können Sie das Tier behandeln?

Da Ketose auch als Folgeerkrankung auftreten kann, muss zuerst überprüft werden, ob eine andere Erkrankung für die Ketose ursächlich ist. Wenn dies zutrifft, muss als erstes die Grundkrankheit behandelt werden, bevor man sich auf die Heilung der Ketose fokussiert. Die Behandlung sollte immer durch den Hoftierarzt erfolgen, welcher in den meisten Fällen Glukose oder unterstützende Mittel wie Propylenglykol gibt, um die Energiebilanz wieder zu verbessern.

 

Um eine Ketose vorzubeugen ist es sehr wichtig, den Energiehaushalt des Tieres zu unterstützen. Verschiedene Ergänzungsfuttermittel können hier helfen den Energiehaushalt zu unterstützen. Neben den Ergänzungsfuttermitteln kann auch ein hoher Kuhkomfort dabei helfen, eine Ketose vorzubeugen. Zudem sollte in der Transitionsphase hohe Belastung vermieden werden.

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