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Milchfieber

Milchfieber

Als Milchfieber wird im Allgemeinen ein starker Kalziummangel im Blut der Kuh bezeichnet. Die Krankheit kann sehr gefährlich für das Tier werden und in der akuten Form sogar zum Tod führen. Der subklinische Typ ist weniger kritisch, dafür aber sehr verbreitet. Zudem kann sie die Erkrankung schnell zu einem Bestandsproblem ausweiten.

Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff, der eine zentrale Rolle bei der Weiterleitung von Reizen von den Nerven auf die Muskulatur spielt. Zudem wird Kalzium zur Kontraktion der Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, des Herzens und der Skelettmuskulatur der Kuh gebraucht. Bei einem Kalziummangel wird das Tier anfälliger für andere Krankheiten und gibt wesentlich weniger Milch.

Wie erkennen Sie Milchfieber?

In erster Linie sind hochleistende Tiere ab der dritten Laktation betroffen, die sich in der Transition befinden. Färsen können ebenfalls an Milchfieber erkranken, dies kommt jedoch nur sehr selten vor. Die Kuh geht unsicher oder liegt fest, Muskeltätigkeiten sind nur sehr eingeschränkt möglich. Auch wenn die Krankheit Milchfieber heißt, sinkt die Körpertemperatur und die Kuh scheidet kalte Exkremente aus. Wenn die Krankheit nicht schnell behandelt wird, fällt das Tier ins Koma und stirbt in den nächsten Stunden.

 

Ein akutes Milchfieber tritt in 4 Phasen auf, die von verschiedenen Symptomen gekennzeichnet sind.

 

1. Phase: Die Kühe reagieren überempfindlich, haben Muskelzuckungen, wollen nicht fressen und und haben einen unsicheren Gang

 

2. Phase: Die Kühe werden sehr träge, sind sehr schläfrig, liegen mit eingeschlagenem Kopf an der Brust fest und haben eine kalte Körperoberfläche und Ohren. Zudem kann die Körpertemperatur sinken. Die Augen werden trüb, der Herzschlag erhöht sich und die Kuh atmet schwerer.

 

3. Phase: Die Kuh liegt in Seitenlage fest mit dem Kopf an der Brust und reagiert auf keine äußerlichen Reize.

 

4. Phase: In der letzten Phase des Milchfiebers liegt die Kuh mit ausgestreckten Beinen in Seitenlage. Das Tier ist kaum noch bei Bewusstsein, fällt ins Koma und stirbt, wenn es nicht behandelt wird.

 

Bei subklinischem Milchfieber liegen die Tiere sehr viel, stehen sehr lahm auf. Während des Gehens schwankt die Kuh stark, die Ohren sind mal warm und mal kalt. Außerdem frisst das Tier nur noch sehr wenig und stoppt das Wiederkäuen.

 

Wie erkranken die Tiere an einem Milchfieber?

Während der Trächtigkeit braucht das Kalb, das in der Kuh heranwächst, nur sehr wenig Kalzium. Jedoch erhöht sich der Kalziumbedarf signifikant, wenn die Milch einschießt. Manche Kühe sind leider nicht in der Lage, den hohen Kalziumbedarf aus den eigenen Reserven oder aus dem Futter zu decken, weshalb ein Defizit entsteht.

Wie können Sie das Tier behandeln?

Wenn die Kuh an akutem Milchfieber erkrankt, muss die Behandlung in den nächsten Stunden durch den Hoftierarzt erfolgen. Zuerst sollten die Tiere aufgerichtet werden, falls sie in der Seitenlage liegen, umso ein weiteres Aufgasen zu verhindern. Außerdem sollte eine Kalziumlösung intravenös gegeben werden.

 

Um präventiv gegen Milchfieber vorzugehen, sollte darauf geachtet werden, dass die Kuh genügend Futter aufnimmt.

 

Akutes Milchfieber kann sehr schnell gefährlich für das erkrankte Tier werden, wenn nicht sofort gehandelt wird. Die subakute Form, die wesentlich öfter auftritt, ist jedoch nicht ganz so gefährlich. Mit einer zusätzlichen Kalziumzufuhr während der Transition lässt sich Milchfieber sehr leicht vorbeugen.

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