Wechseln zur Desktop Webseite

Salmonellen bei Schweinen

Salmonellen führen zu einer ansteckenden Darmerkrankung, die fast in jedem Schweinebetrieb auftritt und durch Bakterien der Gattung Salmonella verursacht wird. Salmonellen zählen zu den Zoonosen, was bedeutet, dass Krankheiten durch Erreger vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Bei der Schlachtung der Tiere können die Salmonellen von infizierten Tieren auf das Fleisch gelangen und ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen, der das Fleisch und daraus hergestellte Produkte verzehrt. Einige Studien zeigen, dass die Bekämpfung von Salmonellen bereits bei der Zucht und Mast von Lebensmittelliefernden Tiere beginnen muss. Ebenso wichtig, für die Vermeidung von Salmonellen-Infektionen bei Menschen, ist die Hygiene bei der Schlachtung der Tiere, bei der Verarbeitung des Fleisches und nicht zuletzt bei der Zubereitung. Die Hygiene und das Ansäuern des Trinkwassers spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Salmonellen-Drucks in Schweinebetrieben. Dies wird an Hand des HyCare-Ansatzes sehr deutlich.

HyCare und Salmonellen

Der HyCare-Ansatz stützt sich auf vier Säulen. Eine keimfreie Lebensumgebung, optimales Trinkwasser, porenfreie Böden und Wände sowie Schädlingsbekämpfung. Dieser Ansatz, in Kombination mit strengen Hygienemaßnahmen, hat dazu geführt, dass keine Samonellen mehr bei den Ferkeln und Mastschweinen nachgewiesen werden konnten.

Alle Blutproben von HyCare-Ferkeln zeigten, in drei aufeinander folgende Quartalen, sechs Wochen nach der Einstellung, ein negatives Salmonellenergebnis. Bei Ferkeln aus dem gleichen Wurf, welche jedoch in einem traditionellen Stall eingestallt wurden, überstiegen die Blutwerte die kritische Grenze. Das macht deutlich, dass Salmonellen bei diesen gängigen Ferkeln weiterhin im Umlauf sind.

Dieser Trend setzte sich bei den HyCare-Mastschweinen fort. Alle Kotproben von Schweinen im Alter von 16 Wochen in einem HyCare-Stall wurden negativ, in Bezug auf Salmonellen, getestet. In den Kotproben von Mastschweinen aus einem traditionellen Stall hingegen, wurden sehr viele Salmonellen-Bakterien vorgefunden.

Um die beispiellosen Ergebnisse der HyCare-Schweine zusätzlich zu überprüfen, sind die Forscher dann auch noch mit Spezialschuhen durch den HyCare-Stall gelaufen. Im Mittelgang, im Kontrollgang und in den Buchten der Ferkel sowie die der jungen und alten Mastschweine wurden Proben genommen. All diese Abklatschproben sind negativ auf Salmonellen ausgefallen.

Salmonellenbefall

Die Infektion erfolgt in erster Linie über den Mist, durch Kontakt mit Salmonellen-infizierten Tieren oder Materialien, durch Besuche, über das Trinkwasser oder Ungeziefer. Sobald das Bakterium einmal auf dem Hof vorhanden ist, verbreitet es sich sehr schnell durch orale Aufnahme. Die Bakterien nisten sich im Magen-Darm-Trakt ein und werden über die Lymphe und den Blutkreislauf verteilt.

Eigenschaften von Salmonellen

Die Schweine zeigen im Regelfall keine klinischen Symptome, weshalb das Krankheitsbild häufig nicht erkannt wird. Zu den möglichen Symptomen zählen:

  • Lustlosigkeit
  • Aufeinander kriechen
  • Appetitlosigkeit
  • Wässriger gelber Durchfall
  • Fieber
  • Plötzlicher Tod

Folgen von Salmonellen

Eine Salmonelleninfektion kann zu einer schlechteren Futterverwertung sowie einer höheren Wachstumsverzögerung und Sterblichkeit führen. Darüber hinaus kann die Behandlung von Salmonellen mit hohen Medikamenten-, Behandlungs- und Arbeitskosten verbunden sein.

Eine Salmonelleninfektion kann ebenfalls Auswirkungen auf den Menschen haben. Hierzu gehören Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Fieber.

Verhinderung eines Salmonellenbefalls

Reinigung und Desinfektion

Gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel eine gründliche Reinigung und Desinfektion, können, im Hinblick auf die allgemeine Hygiene im Betrieb, ergriffen werden. Es sollten auch die weniger sichtbaren Stellen, wie hinter und unter den Futtertrögen, gereinigt werden. Durch die Beschichtung von Böden und Wänden ist eine effektive Reinigung und Desinfektion noch einfacher, denn Schmutzreste und Mikroorganismen bleiben gerne in den Nähten und Rissen im Beton zurück.

Trinkwasser

Es ist wichtig, dass in den Wasserleitungen kein Biofilm vorhanden ist, da dieser, auch für Salmonellen-Bakterien, eine Schutzschicht bildet. Darüber hinaus trägt die Bereitstellung von organischen Säuren über das Trinkwasser zur Bekämpfung von Salmonellen bei. Organische Säuren verringern den pH-Wert, sodass sich die Salmonellenbakterien nicht vermehren können. Zusätzlich fördern organische Säuren die guten Bakterien im Magen-Darm-Trakt und hemmen damit das Wachstum der Salmonellenbakterien. Organische Säuren haben eine abtötende Wirkung auf gramnegative Bakterien wie beispielsweise Salmonellen.

Schädlingsbekämpfung

Ratten, Mäuse, Fliegen und weiteres Ungeziefer sind große Krankheitsüberträger, die sich nicht um Hygieneprotokolle kümmern. Es ist daher von großer Bedeutung, diese zu bekämpfen. Hierbei muss unbedingt an die Bekämpfung der Fliegenmaden in den Güllegruben gedacht werden.

Besucherprotokoll

Stellen Sie klare Regeln für Besucher auf. Weisen Sie hierbei auf die Hygieneschleuse hin und sorgen Sie dafür, dass es nur einen „Einbahnverkehr“ gibt. Achten Sie auf saubere Overalls, Stiefel und Waschmöglichkeiten.

Anlieferung von Tieren

Die Anlieferung von Tieren ist eine große Quelle für Salmonelleninfektionen. Vor dem Beladen muss der LKW sauber sein und auch nach dem Ausliefern erneut gereinigt und desinfiziert werden. Es ist ratsam die angelieferten Tiere in einen separaten Bereich zu leiten und dort das Blut auf Salmonellen zu testen.

Noch Fragen?

Wir kontaktieren Sie gerne!