Wechseln zur Desktop Webseite

Streptokokken

Streptokokken

Streptokokken gehören zu den häufigsten Krankheiten im Bereich der Schweinehaltung. Vor allem in der Sauenhaltung und in der Ferkelaufzucht tritt diese Krankheit oft auf. Das Bakterium „Streptococcus Suis“ tritt im ganz normalen Umfeld der Schweine auf. Gefährlich für die Tiere wird es nur, wenn das Bakterium in den Körper gelangt, oder das Immunsystem des Schweins zu schwach ist, um den Erreger zu bekämpfen.

Streptokokken können in drei verschiedenen Formen oder zu drei verschiedenen Zeitpunkten auftreten. Die verbreitetste Form ist die frühe Streptokokkeninfektion, die im Saugferkelalter auftritt. Die jungen Ferkel infizieren sich meist durch eine Wunde am Körper. Aber auch eine spätere Infektion während der Aufzucht und Mast ist möglich. Zudem können Streptokokken als Sekundärerreger fungierten.

Wie erkenne ich eine Streptokokkeninfektion bei meinen Schweinen?

Die Ferkel beziehungsweise die Schweine bekommen zunächst Fieber und das Allgemeinbefinden der Tiere verändert sich. Das Haar wird rau und struppig. Da meist die Gelenke von der Infektion betroffen sind, schwellen diese an und die Schweine lahmen.

 

Am gefährlichsten ist es, wenn die Bakterien durch eine Ohrenentzündung an die Hirnhaut gelangen. Eine Entzündung der Hirnhaut ist die gefährlichste Form der Streptokokkeninfektion. Am Anfang äußert sich diese spezielle Form durch das Schiefhalten des Kopfes und durch das Verdrehen der Augen. Im Endstadium liegen die Schweine seitlich am Boden. Wenn diese Phase erreicht wird,können die betroffenen Tiere auch nicht mehr durch Antibiotika gerettet werden. Dieser Fall kommt aber nur selten vor. Meist werden erkrankte Schweine vorher entdeckt und behandelt.

 

Wie infizieren sich die Schweine mit Streptokokken?

Ferkel infizieren sich meist durch die Mutter. Da die Bakterien zum ganz normalen Umfeld der Schweine gehören, tragen auch viele Sauen die Streptokokken in sich. Meist sitzen sie auf den Mandeln oder in der Lunge der Tiere. Durch Wunden wie beispielsweise dem Nabel infizieren sich die jungen Ferkel dann.

 

In der Aufzucht infizieren sich in erster Linie die Schweine, die ein schwaches Immunsystem haben und die Erreger nicht eliminieren können. Oft tragen die Tiere die Bakterien schon seit dem Saugferkelalter mit sich. Aber auch später können die Streptokokken von anderen Tieren übertragen werden. Wenn die Infektion erst so spät ausbricht, löst sie meist schwere Lungenentzündungen, Herzklappenentzündungen, Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen aus, welche auch tödlich verlaufen können.

 

Streptokokken können auch als Sekundärerreger auftreten. Wenn das Schwein beispielsweise schon unter einer Virenerkrankung wie PRRS leidet, wird diese extrem verstärkt.

 

Wie behandelt man eine Streptokokkeninfektion?

Streptokokken können sehr gut mit Antibiotika behandelt werden. Die Behandlung sollte jedoch immer in Absprache mit dem Hoftierarzt durchgeführt werden. Außerdem ist es wichtig, die Injektionen immer zwei bis dreimal zu wiederholen, um die Gefahr einer Resistenz oder einer Wiedererkrankung zu vermindern. Als Alternative zu Antibiotika kann man zudem noch verschiedene Säuren anwenden. Bei Ferkeln hilft zum Beispiel Buttersäure dabei, gegen Streptokokken vorzugehen. Wenn die Bakterien von der Mutter kommen, sollte diese mit Kupfersäure behandelt werden. Zudem sollte ein Tiershampoo verwendet werden, um die Bakterien von der Haut zu waschen.

 

Wie kann man einer StreptokokkenInfektion vorbeugen?

Im Fall von Streptokokken ist Hygiene ein sehr wichtiger Faktor, der Infektionen verringern beziehungsweise verhindern kann. Bevor die Sau eingestallt wird, sollte der Abferkelbereich gereinigt und desinfiziert werden, und die Sau sollte auch gewaschen werden. Die Geburt sollte überwacht und die Nabelwunde desinfiziert werden. Ferkel infizieren sich meist durch Wunden mit Bakterien. Daher muss darauf geachtet werden, dass Eingriffe wie das Kupieren, Kastrieren und Impfen immer mit sauberen und desinfizierten Instrumenten durchgeführt werden. Außerdem sollten die Zähne lieber geschliffen anstatt geknipst werden. Da in alten Abferkelställen der Boden meist sehr rau sind, kann es langfristig auch helfen in einen neuen Bodenbelag zu investieren, da sich die Ferkel auch durch den Boden Verletzungen zuziehen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Streptokokken sehr oft in der Schweinehaltung vorkommen. Die Bakterien sind in erster Linie für schwache und junge Schweine gefährlich und können leicht mit Antibiotika behandelt werden. Wird die Infektion jedoch nicht früh genug entdeckt, kann sie für das erkrankte Schwein tödlich enden.

Noch Fragen?

Wir kontaktieren Sie gerne!